Wassergewinnung

Kernbestandteil bei der Trinkwassergewinnung sind die 15 Tiefbrunnen und 16 gefassten Quellen. Aus ihnen wird Wasser bester Qualität gefördert – gewonnen aus einer intakten Landschaft mit vielen Elementen, die unsere natürlichen Trinkwasservorkommen stabil und sauber halten. Etwa der Wald mit seiner Speicher- und Filterfunktion, die extensive bewirtschafteten Grünland Schutzgebietsflächen und ganz wichtig, die wasserwegsamen Sandsteinformation mit bindigem Decklehm.

Die Wassergewinnung im Detail

Etwa drei Viertel des Trinkwassers ist sogenanntes Eigenwasser. Es wird vor Ort gewonnen und vor Ort verwendet – ohne lange Transportwege, großen Energiebedarf und aufwendige Misch- oder Aufbereitungsprozesse.

Zur Sicherung der Trinkwasserversorgung auch in extremen Situationen – langanhaltende Trockenheit und Revisions- unterbrechungen – hält die Menzlesmühle Bezugsrechte beim überregionalen Wasserversorger dem Zweckverband Wasserversorgung Nordostwürttemberg, kurz NOW. Das bezogene Wasser, Fremdwasser genannt, wird im Donauried gewonnen und bei der Weiterleitung in Ballungszentren angezapft.

Für Fremdwasser wie Eigenwasser gilt: Qualität und Reinheit werden engmaschig kontrolliert.

Vom Menschen eingebrachte oder auch natürliche Spurenelemente sorgen immer wieder für Diskussionen. Als Teil des dreistufigen Schutzkonzeptes (Wasserschutzgebiete, Desinfektion/Aufbereitung und Kontrolluntersuchungen) wird das Menzlesmühlenwassers in abhängig von der Abgabemenge im Monatsabstand auf verschiedene Werte überprüft und die Messergebnisse direkt an die Gesundheitsbehörden geleitet und regelmäßig veröffentlicht. Auch die Wasserhärte im Verbandsgebiet der Menzlesmühle ist mit dem Wasser aus dem Stubensandstein schon natürlich bemerkenswert niedrig.

Zusammengefasst kann man fast sagen, dass nicht nur die Luft, sondern auch das Wasser Champagnerqualität aufweisen.

In Jahren mit niederschlagsreichen Wintermonaten können bis zu 1.200 Mio. Liter/Jahr, was rund 38 Liter pro Sekunde bzw. 2.280 l in der Minute entspricht, gewonnen werden.

Im wesentlichen abhängig von der gewinnbaren Eigenwassermenge schwankt der Fremdwasserbezug bei der NOW zwischen rd. 390.000 und 560.000 m³ im Jahr (Zeitraum 2011 bis 2015). Fünf Pumpen unterschiedlicher Leistung fördern aus einem Speicherbehälter der NOW das Fremdwasser mit in der Spitze 2.520 l Minute in verschieden Behälter im Verbandsgebiet.

Speicherung und Betrieb

Wenn nur 5 % der versorgten Bürger gleichzeitig beim z. B. morgendlichen Bad Besuch einen Hahn (ca. 20 l Minute) geöffnet haben sind dies rund 33.000 l/Minute die geliefert werden müssen. Ein Vergleich mit der Eigen- und Fremdwassermenge (etwa 4.500 l/Minute) macht klar, dass eine solche Versorgungsspitze nur durch ein entsprechendes Speichervolumen abgedeckt werden kann.

Die Menzlesmühle gewinnt also nicht nur Wasser – auch die überörtliche Verteilung ist Aufgabe des Zweckverbands. Das gesamte Leitungsnetz umfasst knapp 185 km Länge, auf dem Transportweg liegen neun Pumpstationen davon vier Druckspeicherungsanlagen und insgesamt 22 Speicherbehälter. Zur Abdeckung von Spitzen im Verbrauch und zur Sicherstellung der lokalen Versorgung verfügt der Zweckverband insgesamt über ein Speichervolumen von 13.000 m³.

Das Versorgungsgebiet umfasst rund 250 km². Die Hautadern die Wasser zwischen den großen Sammelbehältern oder zu den Hauptorten der Verbandsgemeinden leiten verfügen über einen Rohrdurchmesser von 125 bis 300 mm. Kleine Anlagen und Orte werden in Rohrdurchmessern von 80 bis 150 mm angefahren.

Speicherung und Verteilung ermöglichen eine jährliche Wasserabgabe von etwa 1,56 Mio. m³. Im Durchschnitt sind dies am Tag 4.300 m³. Die Höchste Tagesabgabe beträgt 6.400 m³, kurzzeitig entstehende Spitzen noch darüber.
Die Bewirtschaftung der Speicher ist automatisiert, jeweiliger Behälterstand mit Zu- und Ablauf werden visualisiert Zentral dargestellt. Das technische Personal verwendet diese Darstellung um bedarfsabhängig Veränderungen vorzunehmen, was ein größtmögliches Maß an Versorgungssicherheit gewährleistet.

Das örtliche Wassernetz wird von den sechs Verbandsgemeinden selbst betrieben, an den Übergabepunkten endet die Verantwortlichkeit der Menzlesmühle. Die örtlichen Wasserwerke werden jedoch in fachlicher Hinsicht unterstützt und mit Werten zum Verbrauch und Druckverläufen versorgt – wichtige Indikatoren für Rohrbrüche und Wasserverlust.